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DRM - Segen oder Fluch ?

Mit der Einführung der Digitaltechnik DRM steht den Kurzwellenbändern ein größerer Umbruch bevor.

DRM macht sich bei den herkömmlichen Analogempfängern als breiter Rauschteppich bemerkbar, so daß die Nachbarkanäle oft auch unbrauchbar werden. Für den Empfang von DRM sind bis heute auch nach der IFA 2005 keine Radios mit Serienproduktionen erhältlich. Mit entsprechenden Filtern können DRM-Signale über den PC zB mit der Software DREAM decodiert werden. Dies gelang mir bisher nicht, mein NRD 525 GF scheint dafür nicht die richtige Filterkombiantion zu besitzen.

Von der DRM-Technik werden viele Entwicklungsländer und kleinere Stationen ausgeschlossen, da diese die Umrüstung nicht bezahlen können. Ganz zu schweigen von den Hörern, die alle neue Radios brauchen. Für Mobilbetrieb sind die DRM-Prototypen bisher nicht geeignet, da sie einen hohen Batterieverbrauch haben. Die Dritte-Welt-Staaten mit ihren Nachrichten und Musiksendungen machen aber gerade die Vielfalt auf der Kurzwelle aus.

Im DRM-Konsortium wird von den global playern versucht, mit aller Macht DRM in den Markt zu bringen. Die Deutsche Welle, RTL und andere Europäer senden heute schon im DRM-Verfahren, obwohl es noch keine Empfänger gibt. DRM wird auch gegen die Unwägbarkeiten der Kurzwelle durch Sonneneruptionen oder Tote Zone nichts ausrichten können. Eventuell beinhalten die Empfänger ja eine automatische Frequenzsuche, so daß dann eine Alternativfrequenz eingestellt wird. Zu begrüßen wäre eine Bandsplittung in digitale und analoge Signale, damit die analogen Signale nicht vollkommen platt gemacht werden. Aber das würde den Umstellungsdruck vermindern, weshalb das DRM-Konsortium wohl gegen eine Trennung ist.

Digital Signale haben den Nachteil, daß dem Hörer die Entscheidung abgenommen wird, was noch hörbar ist. Es gibt ein Signal oder es gibt kein Signal, was sich dann im Unschönen Hin und Herschalten bemerkbar macht. Zuhören ist so nicht möglich. Bis heute ist ungeklärt, wie sich Interferenzstörungen bei DRM-Signalen auf den Empfang auswirken.

Es ist stark zu bezweifeln, daß DRM im Medienzeitalter mit Internet und dutzenden TV und Radiokanälen der Durchbruch in Europa gelingt. Das DXen wird dadurch auf der Kurzwelle erschwert, früher waren die Störungen durch Jamming, heute ist es der DRM-Rauschteppich. Aber vielleicht tut sich in ein paar Jahren ein neuer Aspekt des Hobbys auf, wenn man der Jagd nach DRM-Lokalstationen auf 26 MHZ nachgehen kann.

Weiterführende Links zu DRM:


Erik Kugland Welche Probleme bringt DRM mit Links zum Thema DRM.
Funkerberg.de Ein DRM-Bericht von der IFA 2005.
Ratzer.at DRM Empfang ohne Empfängermodifikation

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