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Wie alles begann:

Schon sehr früh war ich mit dem Programmangebot, das es auf UKW in Nordrhein Westfalen gab, nicht zufrieden. Anfang der 80er Jahre drehte ich an einem 4-Band Universum Kofferradio über die Bänder und entdeckte zuerst auf Mittelwelle so interessante Stationen wie Europawelle Saar auf 1422 Khz und RTL auf 1440 Khz. Das war ganz anderes Radio, wie ich es vom hausbackenen Stil des WDR gewöhnt war, ein richtiges jugendorientiertes Programm gab es damals ja noch nicht. Über RTL wurde ich auf die Kurzwelle aufmerksam, weil man diese im Gegensatz zur Mittelwelle tagsüber besser hören konnte.

Auf Kurzwelle gelandet, wurde ich neugieriger und drehte übers Band und war ganz erstaunt wie ich als kleiner Knirps Radio Tirana in deutscher Sprache empfing, zuerst wusste ich damit gar nix anzufangen. Aber die Sendungen waren damals glasklar zu empfangen, es wurden Außerbandfrequenzen genutzt.

Mehr und mehr machte mir das Hobby Spaß und 1983 wurde dann ein Grundig Satellit 3400 angeschafft, der heute immer noch , wenn auch mit Fehlern, läuft. Nun konnte ich die Stationen aus aller Welt wesntlich besser empfangen, die digitale Frequenzanzeige erleichterte die Orientierung ungemein. Sehr oft hörte ich dann KYOI aus Saipan / Nördliche Mariannen auf 11900 Khz. Der Empfang war oft ausgezeichnet und ich war begeistert, daß der Sender so weit entfernt war. Zudem war das Programm, was aus dem Abdudeln von neuster Pop-Musik bestand, ganz interessant, vergleichbares gab es auf UKW den ganzen Tag nicht. Aus dieser Zeit rührt auch meine erste QSL-Karte her, eben von KYOI. Nun ging es munter weiter auf Senderjagd, meist auf den offiziellen Bändern.

1988 wurde ein NRD 525 GF angeschafft, der heute noch tadellos läuft. Im Vergleich zum Satellit 3400 waren nun noch mehr Stationen zu hören, vor allem wenn Interferenzen bestehen. Jetzt erwachte mein Interesse für die Piratensender. Ich hörte fast jeden Sonntag rein und war begeistert von der interessanten Musik und lockeren Moderation, die ganz anders war, als ich es von den offiziellen Bändern gewohnt war. In dieser Zeit hörte ich mit dem Satellit 3400 auch vermehrt nach UKW-Überreichweiten , Empfangserfolge waren bis zu 300 Kilometer entfernt, dies waren dann troposphärische Überreichweiten. Die Power-Sender von Radio France und BBC habe ich hier auch schon auf UKW empfangen.

Seit einigen Jahren hat sich meine DX-Aktivität praktisch auf das Hören von Piratensendern begrenzt. Aber in Krisenzeiten ist die Kurzwelle, auch wenn sie ein aussterbendes Medium ist, immer interessant, so zB jetzt mit der Irak-Krise. Fragt sich nur ob dies in 20 Jahren mit dem weiteren Siegeszug des digitalen Zeitalters so sein wird ?? Jedenfalls wäre dies sehr schade, denn die Kurzwelle ist, abgesehen von der Gerätanschaffung, ein kostenloses Medium, was eine Programmvielfalt beschert, die es auf UKW mit dem Einheitshitradiobrei und der dümmlichen Lokalradioverarschung nicht gibt. Nichts desto trotz wird die Kurzwelle wohl untergehen, die Programmvielfalt nimmt ab, aber für mich bleibt sie interessant, so lange es Piratenradio gibt. Rettungsversuche a la digitale Kurzwelle fürchte ich, sind auf Grund der Kosten beim Sender und beim Hörer in Zeiten der totalen medialen Übersättigung zum Scheitern verurteilt.

Abschließend bleibt nur eins zu sagen: FFFR - fight for free radio. Ohne die Piratensender und offshore Stationen aus den 60er Jahren wäre heute das Radio nicht das , was es ist.

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